Vektorisieren mit Inkscape
Inkscape ist eine kostenlos verfügbare Software, die sich unter Windows, Mac OS X und Linux installieren lässt. Die aktuellste Version findet ihr immer unter http://www.inkscape.org/.
Schritt für Schritt zur Vektorgrafik
Alles beginnt mit dem Ursprungsbild. Deshalb musst du, nachdem du Inkscape gestartet hast, erst mal dein Bild importieren. Nach dem Importieren liegt das Bild auf der Zeichenfläche und ist auch bereits ausgewählt. Schon kann es richtig los gehen, jetzt wählst du im Menü einfach den Punkt »Pfad->Bitmap vektorisieren...« aus und wirst darauf hin mit diesem netten Dialog konfrontiert: Links machst du alle Einstellungen, im rechten Bereich kannst du dir eine Vorschau ansehen. Diese wird immer neu berechnet, wenn du auf »Aktualisieren« klickst. Also, was stellt man jetzt so ein? Es kommt darauf an, was für ein Ergebnis du gerne hättest. Willst du auf deinem Shirt am Ende ein ein- oder ein mehrfarbiges Motiv haben? Im oberen Bereich findest du die Einstellungen für ein einfarbiges Ergebnis, soll es mehrfarbig werden, lässt sich eher im unteren Bereich was erreichen.
Einfarbige Motive erzeugen
Wenn es um einfarbige Ergebnisse geht, dann wirst du in der Regel immer die Einstellung »Entlang eines Helligkeitswerts« nutzen. Wie der Name schon sagt, entscheidet dabei die Helligkeit im Bild darüber, welche Bereiche im Ergebnis schwarz und welche weiß werden. Der Schwellwert (Grenzwert) ist dabei wählbar. In dem Beispiel hier ist der Schwellwert eher niedrig, da wird das Ergebnis dann heller. Und hier ist der Schwellwert höher, das Ergebnis wird dunkler. Du solltest unbedingt ein bisschen experimentieren, um das Beste raus zu holen. Nun ist dir sicher oben noch der Reiter »Optionen« aufgefallen. Dort lässt sich noch etwas Finetuning betreiben. Auch hier ist Experimentierfreudigkeit gefragt. »Flecken unterdrücken« ist für das Beflocken recht wichtig. Hierbei werden kleine freistehende Pünktchen beseitigt, fürs Beflocken dürfen die Details ja nicht zu fein sein. »Pfade optimieren« ist auch eher von technischem Interesse. Eine gut zu verarbeitende Vektorgrafik sollte möglichst wenige Ankerpunkte haben, die Anzahl der Ankerpunkte wird niedriger, wenn du hier einen höheren Wert einstellst. Dabei wird aber auch das Ergebnis eventuell unpräziser, du solltest den Wert also so hoch wie möglich einstellen und dabei immer mal das Ergebnis testen. Dafür reicht die Vorschau übrigens nicht, denn die ist ja leider nur sehr klein. Gestalterisch ist »Ecken glätten« eine interessante Option. Desto höher der Wert, desto weniger spitz werden die Ecken im Resultat. Hier ein Beispiel mit dem größtmöglichen Wert. Das macht sich immer mal gut. Statt der Einstellung »Entlang eines Helligkeitswerts« ist manchmal auch der Modus »Kantenerkennung« ganz brauchbar. Dabei versucht die Software, Kanten zu erkennen und nach zu zeichnen.
Mehrfarbige Motive erzeugen
Meistens kommen als Ausgangsmaterial für Shirt-Motive eher Grafiken mit illustrativem Charakter zum Einsatz, Logos wie dieses hier sind häufige Motive. Für sowas wählst du den Umwandlungsmodus »Farben«. Die Anzahl der Farben wählst du im Feld »Scandurchgänge«. Auch wenn dieses Motiv nur zweifarbig ist, muss hier eine 3 eingegeben werden. Der weiße Hintergrund ist für die Software auch eine Farbe. Schau' dir das Ergebnis mal vergrößert an. Ganz oben siehst du das Original-Pixelbild. In der Mitte ist das Ergebnis von eben. Du siehst, dass da einige Details verloren gehen (besonders am kleinen »t« und bei dem weißen Stern). Das Ausgangsmaterial hatte einfach eine zu geringe Auflösung. Das untere Beispiel hat ein paar mehr Details, das wurde erreicht, indem das Ausgangsbild auf das doppelte Vergrößert und erst dann umgewandelt wurde. Das Mehr an Details wurde aber offensichtlich auch mit ziemlich wackeligen Linien erkauft. Also: die Qualität des Ausgangsmaterials muss stimmen, wenn ein gutes Ergebnis erziehlt werden soll! Mit einer hochauflösenden Pixel-Vorlage kommt man beim Vektorisieren auch zu einem optisch ansprechenden Ergebnis. Optisch ansprechend? Und sonst? Na ja, beim Beflocken gibt es auch technische Details zu beachten. Die Farben müssen einzeln ausgeschnitten und dann nacheinander gedruckt werden. Jetzt schau' dir mal an, wie die Farben bis jetzt getrennt sind. Markiere die Vektorgrafik und hebe die Gruppierung auf. Jetzt kann man die beiden Farben gegeneinander verschieben und dann sieht man, dass noch nicht alles passt. Da war zum Beispiel Blau unter dem Schwarz. Das muss größtenteils weg, für die Schrift wird nur das Schwarz gebraucht. Auch beim Esel geht die blaue Fläche bis zum äußersten Rand. Das ist auch nicht so klasse, denn wenn sich dann beim Drucken die beiden Farben ganz geringfügig gegeneinander verschieben, guckt sofort das Blau unter dem Schwarz raus. Um das Problem zu lösen, ist dann doch noch Handarbeit nötig. Die Grenzen der Vollautomatik mit Inkscape sind hier erreicht. Irgendwelches Feedback zu diesem Thema? Schreib' mir ein Mail oder poste hier einfach direkt einen Kommentar.